Eigentlich bin ich Bankerin. Bevor ich Mama wurde, habe ich 10 Jahre als Private Banking Beraterin in einer großen dänischen Bank gearbeitet. Immer im direkten Kontakt zu Menschen. Ich mag es, in anderen Familiengeschichten einzutauchen und deren Einzigartigkeiten kennenzulernen.
So richtig mega doll happy hat mich das Thema Finanzen aber nie gemacht. Es war ok. Aber nur wegen der lieben Menschen dort.
Einmal, da hat eine Freundin zu mir gesagt: “Sina, jetzt schließe mal deine Augen. Stell dir vor, du kannst alles werden, was du willst. Geh mal los und reise genau dorthin, wo du willst!”
Ich schloss die Augen und machte mich auf den Weg:
Nach 2 Sekunden tauchten überall bunte, helle, fröhliche und lebendige Fotos auf. Sie flogen ganz wild um mich herum. Fotos von glücklichen und lachenden Menschen.
Damals waren es noch alle möglichen Menschen: Von Hochzeitspaaren, über Pärchen mit Hund bis hin zu Porträtfotos.
“Wenn ich doch nur Fotografin wäre”, habe ich so oft gedacht, während ich so als frischgebackene Mama auf dem Boden saß mit einer Rassel in der Hand. “Dann könnte ich all die Menschen so fotografieren, dass ihre Einzigartigkeit festgehalten wird. Ich könnte die unsichtbare Liebe zwischen Menschen sichtbar machen und ihnen Erinnerungen an ihr Leben schenken.”
Nach meiner Elternzeit ging ich jedoch noch einmal an den Schreibtisch in der Bank zurück.
Mein Sohn, damals 1 Jahr alt, mochte allerdings überhaupt gar nicht gerne von mir weg sein und die Fremdbetreuung mussten wir nach kurzer Zeit abbrechen. Meine Prioritäten hatten sich schlagartig geändert. Ich wollte eine Arbeit finden, bei der ich absolut flexibel sein kann. Denn das Wichtigste ist für mich, für meine Kinder da sein zu können.
Ich kaufte mir eine neue Kamera mit dem Ziel: Ich will jetzt das Fotografieren lernen und zwar so richtig! Und dann werde ich Fotografin.
Ich habe also ALLES fotografiert, was mir vor die Linse gekommen ist, um das Handwerk zu erlernen und zu beherrschen. Meine Fotos waren anfangs allerdings nicht der Hit in Tüten. Ich hab ehrlich gesagt sogar sehr oft sehr geflucht. Mit der Zeit wurden meine Fotos jedoch immer besser und besser.
Und dann wurde klar: Ich möchte nur noch Kinder fotografieren.
Warum? Weil sie so sind, wie sie sind. Echt und natürlich.
Meine Familie ist für mich mein Alles. Mittlerweile habe ich 3 Kinder, mindestens 1 davon ist immer auf dem Arm. Mit mehr Sabber auf dem Pulli, als mir lieb ist. Aber das gehört dazu. <3